Die Freimaurerei Österreichs hatte ihren Ursprung in den Österreichischen Niederlanden, wo in Mons die erste Loge im Jahr 1721 gegründet wurde.Eine Schlüsselrolle spielte hierbei Herzog Franz Stephan von Lothringen, der spätere Gemahl Maria Theresias, der sich weniger den Regierungsgeschäften sondern vor allem der Mehrung seines Vermögens widmete und trotz der durch den Österreichischen Erbfolgekrieg bedingten Krise profitable Geschäfte machte. Seine zahlreichen Güter begründeten das umfangreiche Privatvermögen der habsburgischen Familie. Seine wissenschaftlichen Sammlungen bildeten später den Grundstock des Naturhistorischen Museums in Wien.

Im Jahr 1731 trat Franz Stephan trat jener Loge in Den Haag bei, welche durch Albert Wolfgang Graf von Schaumburg Lippe gegründet wurde. In dieser Loge wurde 1738 auch Friedrich II. aufgenommen, der später die Freimaurerei insbesondere durch die Zusammenführung von Ritualen im Hochgradsystem prägte. Franz Stephan förderte stets die Freimaurerei in Österreich. Es gelang ihm, dass die Exkommunikationsbulle des Vatikans von 1738 hier nicht zu Anwendung kam.

In Wien wurde am 14. September 1742 als erste Loge Österreichs gegründet. Ihr Name war „Aux Trois Canons“.

Drei Jahre später am 13. September 1745 wird der Freimaurer Franz Stephan von Lothringen wird zum römisch-deutschen Kaiser gewählt.

Franz Stephan starb am 18. August 1765 nach der Hochzeit seines Sohnes Leopold II. in Innsbruck. Ursache seines plötzlichen Todes war wahrscheinlich ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt. Sein ältester Sohn Josef (der spätere Josef II.) war schon 1764 zum Römischen König gekrönt und somit zum Nachfolger Franz Stephans als römisch-deutscher Kaiser designiert worden. Er trat als Mitregent Maria Theresias die Nachfolge als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches an.

Am 24. April 1784 wurde die Große Landesloge von Österreich gegründet, die 45 Logen unter sich vereinigte. Am 14. Dezember desselben Jahres wird Wolfgang Amadeus Mozart in die Loge „Zur Wohltätigkeit“ aufgenommen.

Ein Jahr später, am 11. Dezember 1785, trat das Freimaurerpatent in Österreich in Kraft. Damit wurde die Freimaurerei zwar in Österreich zugelassen, das Patent sah jedoch vor, alle Logen überwachen zu lassen und ihre Anzahl sowie deren Mitgliederzahl zu beschränken.

Im Jahr 1794 erfolgte die Aufhebung des Freimaurerpatentes und somit die Stilllegung aller Loge unter Kaiser Franz II (1792-1835). Freimaurerei war somit von staatlicher Seite verboten worden. Kirchliche Initiativen dürfen aber im Hinblick auf die Bulle Papst Klemens‘ XII. „In eminenti“ (1738) nicht außer Acht gelassen werden.

Im Jahr 1809 während des Napoleonischen Krieges waren für kurze Zeit Logen des französischen Militärs in Wien tätig, ansonsten blieb die Freimaurerei in Österreich weiterhin untersagt und konnte sich daher nicht entfalten.

Erst im Jahr 1848, während der kurzen Zeit einer bürgerlich-liberalen Regierung in Wien, konnte die Loge „Zum Heiligen Joseph“ ein einziges Mal eine Arbeit durchführen. Ein Jahr später wurde das staatliche Verbot der Freimaurerei wieder in Kraft gesetzt.

Die weitere Entwicklung der Freimaurerei verlagerte sich ins Königreich Ungarn. Im Österreichischen Kernland (Cisleithanien) blieb die Freimaurerei auf Grund des weiter bestehenden Verbotes inaktiv da der österreichische Kaiser als König von Jerusalem der Ban.

Gyula Andrassy, der Führer der Ungarischen Delegation zum Ausgleich Ungarns mit Österreich 1867 und spätere Ministerpräsident Ungarns wurde während seines Exils in Paris in die Freimaurerloge „Le Mont Sinai“ aufgenommen. Zahlreiche aus dem Ausland nach Ungarn zurückströmende Emigranten waren Freimaurer wie etwa Ludwig Kossuth, General Georg Klapka, Franz Pulszky, Bischof Michael Horváth, Nikolaus Puky, Dionys Dezcewffy, Stephan Turr, Graf Ladislaus Teleki, Paul Almassy, Graf Georg Bethlen usw.

Den historischen Beginn der Freimaurerei in Ungarn markiert das Ansuchen Lewis im Jahr 1868: Er suchte um Bewilligung an, öffentliche Vortrage über die Geschichte der Freimaurerei halten zu dürfen. Der Innenminister Baron Bela Wenckheim erteilte ihm diese. Der Erfolg dieser ungarnweit durchgeführten Vortragsreihe ermunterte viele Männer zu Logengründungen in Ungarn. Etwa zur gleichen Zeit hatte sich auch der Schottische Ritus durch die Tätigkeit von Graf Theodor Csaky, Georg Kulapka, Stephan Türr und Baron Albert Nyary in Ungarn etabliert.

Im Jahr 1868 besuchten erstmals Österreichische Brüder die Loge „Zur Verbrüderung“ im ungarischen Ödenburg (heute: Sopron). Sie wurde auf ungarischem Boden gegründet. Am 9. März 1871 gründen Wiener Freimaurer erstmals in Neudörfl auf ungarischem Staatsgebiet und nahe der österreichischen Grenze die erste Loge namens „Humanitas“. Da sie auf ungarischem Boden gegründet wurde fiel sie nicht unter das Verbot der Freimaurerei und konnte so gefahrlos von österreichischen Brüdern besucht werden. Weitere Logengründungen dieser Art folgten. Es begann die sogenannte Grenzlogenzeit. In dieser von 1872-1918 dauernden Periode gründen österreichische Brüder auf ungarischem Gebiet insgesamt 16 Logen.

Im Gegensatz dazu blieb die Freimaurerei auf österreichischem Territorium weiterhin untersagt. Im Jahr 1905 wies das Reichsgericht in Wien das Gesuch um Zulassung von Freimaurerlogen ab. Zu den erbittertesten Feinden der Freimaurerei gehörte Karl Lueger, der die Freimaurer mit Juden und den ihm verhassten Magyaren gleichsetzte.

Am 8. Dezember 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der Monarchie wurde die Großloge von Wien gegründet. Sie war sowohl mit einem Patent des Grand Orient als auch mit einem der der UGLE ausgestattet. Zwar war die Freimaurerei – nachdem sie mehr als 120 Jahre verboten war – wieder erlaubt, aber schon im Jahr 1919 mussten die regelmäßigen Logenarbeiten wegen der allgemeinen Notlage im Winter unterbrochen werden. Die Großloge richtete daraufhin in einem Brief einen Hilferuf „an die Freimaurer der ganzen Welt“ und bat darin um brüderliche Unterstützung.

Die Freimaurerei in Ungarn wurde im Jahr 1918 unter staatliche Aufsicht gestellt, das Schottische Palais enteignet und zu einem Offizierskasino umgebaut. Am 26. Juni 1920 schrieb der Großmeister der Großloge von Wien an Brüder aus aller Welt: „Wir glauben es unserer obersten maurerischen Verpflichtung und den von uns feierlichen beschworenen Grundsätzen schuldig zu sein, wenn wir uns in der nachstehenden Angelegenheit, welche alle Freimaurer und alle fühlenden Menschen überhaupt aufs tiefste berühren muss, an Euch um Gehör wenden. Die Zustände in Ungarn nehmen einen immer kulturfeindlicheren Charakter an. Alle Schilderungen von den Gräueltaten, die zumindest ohne entsprechende Gegenmaßnahmen der jetzigen Regierung verübt werden, finden durch den Bericht verlässlicher Augenzeugen ihre traurige Bestätigung. Ganz besonders richtet sich die Wut der neuen Machthaber in Ungarn gegen die Freimaurerei“.

Ab dem Jahr 1924 begann eine Auseinandersetzung der Großloge von Wien mit den drei altpreußischen Großlogen in Deutschland wegen deren nationalistischer und exklusiv religiöser Ausrichtung. Ein Jahr später 1925 rief die Großloge von Wien die ausländischen Großlogen auf, die Paneuropa-Idee von Richard Coudenhove-Kalergi zu unterstützen.

Im März 1926 wurde die Österreichische Liga für Menschenrechte unter Beteiligung zahlreicher Freimaurer gegründet und im Jahr 1933 richtete die Großloge von Wien den Kongreß der Allgemeinen Freimaurerliga aus.

Im Februar und März 1934 im Zuge der Selbstausschaltung des Parlaments und der Machtergreifung des Ständestaates in Österreich kam es zu zahlreichen Austritten aus den Logen, wobei insbesondere Beamte, die Freimaurer waren, zum Austritt genötigt werden. Die Logenarbeiten wurden durch Polizeiorgane kontrolliert. Nicht alle Logen vereinigten sich unter der Großloge von Wien, da die schottisch arbeitenden Logen Ungarns davon ausgingen, dass die Repressalien gegen die Freimaurer Ungarns nur von kurzer Dauer sein können.

Am 12. März 1938 wurde das Logenhaus in der Inneren Stadt von Wien von Nationalsozialisten unter der Leitung von Adolf Eichmann gestürmt und geplündert. Zahlreiche Freimaurer werden in den darauffolgenden Tagen verhaftet. Großmeister Richard Schlesinger starb kurz darauf im Polizeikrankenhaus und war damit einer der ersten Freimaurer auf österreichischen Boden, die durch das NS Regime umkamen. Die Freimaurerei wird verboten.

Im Jahr 1946, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde die Großloge von Wien für Österreich (später in Großloge von Österreich umbenannt) wiedereingesetzt. Allerdings war seitens der Amerikanischen Besatzungsmächte gefordert, dass die Großloge ausschließlich unter einem Patent von der Vereinigten Großloge von England zu arbeiten habe. Der damalige Großmeister Scheichelbauer entsprach diesem Auftrag. Österreich bekam im Jahr 1955 den Staatsvertrag. Es begannen die Jahre der Vorherrschaft der AFAM.

Die Logen welche schottisch arbeiteten integrierten sich nicht in die Großloge von Österreich, sonder blieben eigenständig.

Brüder aus osteuropäischen Staaten, welche vor dem kommunistischen System in deren Heimat flohen, gründeten ab 1955 auch Logen in Österreich. Zu erwähnen sind hier besonders die Brüder aus Ungarn, die 1956 nach Österreich kamen und hofften, bald wieder in ein menschliches und freies Ungarn zurückkehren zu können. In Österreich gründeten sie in den Jahren 1971 und 1974 die beiden Logen „Lux Vindobona“ und „Zu den Alten Pflichten“. Zwar wurden diese beiden Logen aufgebaut und wuchsen stetig, aber der Wunsch der ungarischen Brüder, zurück in ihre Heimat zu kehren, wurde von Jahr zu Jahr größer, daher wurde niemals ein Patent seitens der Grande Loge de France ausgestellt.

Die erste symbolische Öffnung eines Grenztors zwischen Ungarn und Österreich sowie das Paneuropäische Picknick am 19. August 1989 mit Zustimmung beider Regierungen gingen in die Geschichte als beispielgebende Ereignisse für die Öffnung des Eisernen Vorhangs ein. Auch die Begrüssungsrede seitens der EU von Dr. Otto Habsburg Lothringen (dem Sohn von Kaiser Karl I von Österreich und König von Ungarn) war für viele Brüder Labsal für die über Jahrzehnte geschundene Seele.

Damals begannen wir auch Logen in Österreich aufzubauen. 1998 wurde der Verein der Großloge gegründet um die Fehler der Geschichte nicht noch einmal zu begehen. Der Arbeitstitel hieß damals „Internationale Großloge Franz Stephan von Österreich).

In dieser Zeit standen die österreichischen „Exillogen“ bereits im engen Kontakt mit den ungarischen Logen. Viele Logenarbeiten wurden gemeinsam auf österreichischen und ungarischen Boden abgehalten.

Im Jahr 2005 gründete der Oberste Rat von Ungarn (SKÓTRITUSÚ MAGYARORSZÁGI FELSÖ-TANÁCS) sowie 1894 in Frankreich geschehen die „Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn (Ösi és Elfagadott Skótrítusú Magarországi Nagypaholy)“. Unter dieser Großloge vereinigten sich dann 3 ungarische Logen und drei Logen 1920 nach in Österreich ins Exil gingen.

In den Anfängen kümmerte sich der Souveräne Großkommandeur Ungarn um die Beziehungen zu Frankreich, der Ungarische Großmeister stellte sein Haus bei Budapest für Ritualarbeiten zur Verfügung und war für den Aufbau und das Wachstum der Brüder in Ungarn verantwortlich, der Vizegroßmeister für Österreich tat das gleiche in Österreich.

Die Logen begannen zu leben, wir lernten, dass in beiden Ländern die gleichen Aufgaben warten, die Logen zu etablierten sich. Es war ziemlich fordernd für alle Beteiligten aber wir konnten alle diese Aufgaben bewältigen. So wurde der Vizegrossmeister für Österreich auch zum Vize Souveränen Großkommandeur von Ungarn und wurde 2008 dem Souveränen Großkommandeur von Frankreich vorgestellt, der diesen dann mit dem Aufbau eines regulären „Obersten Rates von Österreich der Freimaurer des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus“ beauftragte.

2010 wurde der Vizegroßmeister beauftragt, das Patent für die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn bei der Mutter, der Grande Loge de France zu beantragen und diesen Prozess seitens der Großloge Ungarns zu leiten und am 9. Mai 2011 im Rahmen einer großen Feier, durch den Großmeister der Grande Loge de France, überreicht. Danach wurde die Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn, auf Betreiben ihres Vizegroßmeisters auch Vollmitglied der GLUDE (Grandes Loges Unies d‘Europe).

Beim Konvent der Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn am 1. Oktober 2011 wurde dann die Teilung der Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Ungarn in eine ungarische und eine österreichische Großloge beschlossen und es wurde das bereits bekannte Prozedere für Großloge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich eingeleitet.

Beim Großkonvent aller Logen der Grande Loge de France im Juni 2012 wurde mit 93,3 % Für ein Patent für Österreich gestimmt und bei einer großen Feier am 9. Juni 2013 durch den Großmeister der Grande Loge de France überreicht.

Nun gab es seit 1945 wieder eine Großloge des AASR in Österreich, welche das Patent seitens der Mutter, der Grande Loge de France besitzt.

Wir wollen hier noch einmal all jenen danken, ob national oder international, die an diesem historischen Ereignis mitgearbeitet haben.